Gründe für sauberes HTML

Sauberer Code interessiert keinen Otto-Normal Internetnutzer (genausowenig wie das Ergebnis eines oder besser mehrerer Validatoren, als Begründung für guten Code ausreicht!)
Wer heute Tabellenkonstrukte oder gar Frames beim Schreiben seiner Webseite nutzt wird diese (in aller Regel) trotzdem in jedem Browser ansehn können. Würden die modernen Browser (firefox, opera, safari, etc.) proprietäres Markup einfach ignorieren würde kaum ein Unentschlossener von einem alten Browser (zb IE) zu diesen neuen Alternativen wechseln, sie verwenden und dann auch bei diesen bleiben. Stichpunkt “Der Browser XY stellt das falsch dar!”

Ich denke die klaren Vorteile von Standards-konformem Markup liegen im praktischen Nutzen und der

  • 1. Logik Warum sollte man Inhalt zb mit dem veralteten <font> auszeichnen (zu deutsch: Schrift) wenn darin Text ist? Oder Seitenbereiche aus Gestaltungsgründen in Tabellenzellen sperren? Eine Tabelle ist nicht zum Gestalten da - das ist sie auch im Schulbuch früher nie gewesen oder auf jeder anderen Tabelle, die man auf Papier gedruckt, in Händen hält. Gegen alle WYSIWYG-Marotten sollte man sich einfach mal auf die gute alte Logik zurückbesinnen. Elemente fliegen nicht ohne Grund aus den Spezifikationen.
  • 2. dass man seine Inhalte so für Suchmaschienen lesbar und auffindbar macht ist wohl der wichtigste (in erster Linie für den Seitenbetreiber) Punkt.
  • 3. dicht gefolgt von der Usability und Accessibility: man kann froh sein wenn Besucher die über eine Suchmaschine auf die eigene Seite kommen mehr als ein paar Sekunden bleiben. Dann hat man interessante Inhalte und im Idealfall auch gut gestaltet und Besucher finden sich zurecht. Wenn aber dieser erste Eindruck getrübt wird, zB. weil Dinge nicht wie erwartet funktionieren (damit meine ich dass sie vllt. nur in einem bestimmten Browser funktionieren oder aber weil man dem Besucher Vorschreibungen macht zB. mit target=”_blank” etc.) vergrault man die neu gewonnenen Besucher. Deshalb sind Standards wichtig, denn die besagen nicht nur was Elemente beinhalten sondern legen zumindest einen Rahmen fest und machen Vorschläge wie die Browser diese Elemente handhaben könnten - wie die Softwarehersteller das dann umsetzen ist nochmal eine andere Frage.
    Benutzt man aber Markup, dass es in den Standards nicht (oder nicht mehr) gibt, hat der Seitenbesucher schlechte Karten, dessen browse-Verhalten oder dessen bevorzugten Browser man nicht kennen kann. Proprietäres Markup trifft eine unnötige und unproffessionelle Vorauswahl und sperrt u.U. Nutzer aus.
  • 4. gaaanz weit hinten kommt in meinen augen dann erst das ideologische - denn mehr ist ein validator-test ja nun auch nicht - bgcolor, valign und center sind proprietär (ist doch so, oder? - zumindest aber deprecated ;)) und die brauser stellens trotzdem so dar wie mans erwartet. soll heißen: standards sind nicht gleich wirklichkeit. aber man sollte schon seinen teil dazu beitragen das web für webschreiber und surfer angenehmer zu machen. eine standards-basierte browser-welt eine hack-freie sache für webdesigner wäre.
  • 5. Zukunftssicherheit (gibts nicht wirklich - aber zumindest gefühlt ;)) nein im ernst: Je mehr Leute auf Standards aufmerksam gemacht werden und sich an diese halten, desto mehr Bedeutung bekommen diese, desto wichtiger werden sie für brauserhersteller, desto mehr verlass auf regeln kann der webschreiber haben. (“im firefox sieht es anders aus”)
  • 6. ganz am Ende sei erwähnt, dass sich eine Menge Geeks und Nerds viel Arbeit mit den Standards machen. Für ein besseres Web.

Bleibt noch anzufügen, dass der Schritt von Transitional auf Strict-Doctypes jedem Anfänger angeraten ist. Denn viele “Unsinnigkeiten” die die Validatoren bei Transitional-Dokumenten noch durchgehen lassen werden erst in Strict-Dokumenten mokkiert. Wer html Lernen will, kann es auch gleich richtig machen. Im Artikel Transitional vs. Strict Markup erläutert Roger Johansson die Unterschiede. Ich sehe es inzwischen ähnlich: die Wahl des Strict-Doctypes beschert dem Internet einen noch größeren Fortschritt als es XHTML tut. Was nicht heißen soll, dass XHTML nicht wünschenswert ist, aber mit XHTML Transitional hat man nichts gekonnt… und wie die Browser mit XHTML 1.1 umgehen ist bekannt. Zum Thema XHTML 1.1 empfehle ich auch diese Diskussion in den Kommentaren des Artikels zum IE7 und den Artikel “Schlüssige Argumente für XHTML” von Schneegans.de der die Thematik sehr detailliert (und amüsant) unter die Lupe nimmt. (und ganz nebenbei mein Slatystain-Wordpress-Theme als Werk eines Wannabe’s entlarvt ;-)

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